gedicht von  Annette Hartmann-Frobenius
 
  glaube

hiess der begriff meiner heilung
ohne moral
gingganz
trauer
und exil.

singen mussten zaun samt axt
igelliebe konnte
niemand leugnen.

abschied ist
wenn der held nelken
seinem sieben-suff
juni-kleckse-dick
entgegen-gelegt.
 
 
  kommentar
 
das ist ganz gut, bis zu teil 3. dort beginnen immer die probleme, die auch, wie wir mittleirweile genau wissen, systemimmanent sind. das problem unseres spiels besteht darin, daß es strenge grenzen setzt. das bedeutet eine herausforderung für jede autorin, jeden autor. bei ihrem beispiel möchte ich wirklich gern wissen, was sie mit dem schluß sagen wollen.
wie gesagt: teil 3 ist wirklich schwierig.
gutes gelingen!
bwidder


Was ich... / ahafro 05 / 18.11.2002 22:54
... mit dem Schluß sagen will?

Schwierig - meist denke ich, ein Gedicht, dass man (nach-)interpretieren muss, war wohl nicht "dicht" genug. Aber in diesem Fall erschien und erscheinen mir die Zeilen richtig und sogar "logisch".

Eine mögliche Deutung: Die unge"regel"te Heilung (1.Absatz) durch Poesie im weitesten Sinne (2.Absatz) kann zu einem Neuanfang führen, wenn der "Held" sich von seinen falschen Idealen (sieben/facher/-Suff) verabschiedet und ihnen eine sanftere Behandlung entgegensetzt.

Aber als Gedicht gefällt mir diese Geschichte eigentlich besser...

Allerdings ist der letzte Ausdruck "-gelegt" wirklich Mist: Besser wäre "-legt" oder "-haucht" oder ähnliches. Da (und nur da übrigens:-) waren die "Spielregeln" sehr einengend - "-gelegt" klingt in dem Satz furchtbar, einfach weil es falsch ist.