prose by Frank Friedrichs
 
  Zum dritten Mal laufe ich heute diesen Weg. Zum dritten Mal hin und wieder zurück. Ich kenne jeden Stein, jede Pflanze, die langsam das Pflaster überwuchert. Jeden Tag dreimal durch die Verkommenheit eines verdreckten Stadtteils. Jeden Tag dreimal durch den Gestank von Müll, Urin und Hundekot. Doch manchmal ein Weg in die Vergangenheit – zu den grünen Wiesen, die hier einmal lagen, zu dem Jungen, dem der Weizen über den Kopf ragte, zu dem Bach, der es sich gefallen ließ, von dem Jungen jede Woche an einer anderen Stelle aufgestaut, umgeleitet und ausgebaggert zu werden. Und wenn es ganz still ist, kann ich den Bach unter den Pflastersteinen rauschen hören. Dann bin ich wieder der kleine Junge und weiß: es ist alles noch da.  
  commentary by the teachers
 
nice play between the ugliness of nature in the present and the nature of the past. total urban, parallelitaet der entwicklung der stadt und des erwachsenwerdens. schoener blick zurueck ohne in kitschsentimentalitaet zu verfallen.